Schnorcheln

Mit der Einstellung zum Schnorcheln ist das so eine Sache! Schnorchelausrüstungen gibt es überall für einige Euro zu kaufen, ich brauche keine Ausbildung – also kann der Schnorchelspaß beginnen.

Diese Einstellung ist insofern bedenklich, als dass der Schnorchelspaß sehr schnell beendet wird, wenn mit falscher Ausrüstung und ohne Grundkenntnisse eben kein Spass aufkommt, dafür aber Salzwasser geschluckt wird oder die Maske ständig mit Meerwasser vorläuft.

Diese SchnorchlerInnen sind immer leicht zu erkennen, weil diese im 10-Sekunden-Takt prustend den Kopf aus dem Wasser heben und meistens dann auch noch fluchend die Maske vom Kopf reißen.

Die nachfolgenden Tipps sollen „Schnorchel-Spaß-Killer“ vermeiden helfen.

Ausrüstung

Ich brauche eigentlich nur eine Maske, Schnorchel und Flossen. Diese Ausrüstungsteile bekomme ich für einige Euro in jedem Kaufhaus und in der Saison auch im Supermarkt. Ob die Ausrüstung auch passt, kann man nicht beurteilen, denn sie ist in feste Folie eingeschweißt – egal, denn diese passt ja laut Aufdruck auf der Verpackung generell. Und das ist eben falsch! Das Ergebnis ist in den Eingangssätzen beschrieben. Und warum ist das so? Weil wir alle unterschiedliche körperliche Gegebenheiten haben, denen man bereits bei der Suche nach der Ausrüstung Rechnung tragen sollte.

Wer hier nicht bereits vom Ansatz her Probleme haben will, sollte seine Schnorchelausrüstung in einem Tauchgeschäft anpassen lassen, sich beraten und dort auch kaufen.

Die Maske passt dann korrekt, wenn ich diese -ohne das Maskenband am Hinterkopf zu befestigen- auf mein Gesicht presse und durch die Nase leicht einatme. Hält so die Maske auch ohne Maskenband und fällt nicht gleich vom Gesicht runter, so ist diese korrekt. Moderne Masken ermöglichen durch ihre Form ein großes Sichtfeld, ohne beim Schnorcheln den Kopf zu überbiegen. Eine gute Maske kostet etwa 35 bis 45 €.

Der Schnorchel sollte ein bequem sitzenden Mundstück sowie einen flexiblen Schlauch im Bereich des Mundstückes haben sowie ein Auslassventil im unteren Bereich, durch das eingedrungenes Wasser durch ein stoßartiges Ausatmen unter Wasser herausgepresst werden kann. Der über dem Wasser befindliche Teil des Schnorchels darf auf keinen Fall(!) sich bei Wellen und Wasser verschließen, denn plötzlicher Luftverschluss bedeutet die Unmöglichkeit, Luft zu ziehen; ältere Schnorchel haben das mit einem kleinen Ball bewirkt. Dieses Ende des Schnorchels ist immer offen und durch einen Spritzschutz gegen eindringendes Wasser vor diesem geschützt. Ein guter Schnorchel kostet etwa 12 €.

Die Flossen gibt es in unterschiedlicher Form. In einfache Flossen rutsche ich nur mit dem nackten Fuß hinein; diese haben ein recht weiches Flossenblatt, mit dem ich beim Flossenschlag wenig Vortrieb erhalte und meistens bei Strömungen meine Probleme bekomme. Komfortabler sind hingegen sog. Geräteflossen, wie diese auch von Tauchern benutzt werden. Hier habe ich einen Neopren-Schuh als sog. Füßling an den Füssen -den ich auch prima als Badeschuh nutzen kann-, mit dem ich dann in die Flosse reinrutsche und die mit einem Flossenband sicher befestigt werden. Diese Flossen sind größer als die einfachen Flossen und sie gibt es mit unterschiedlich harten Flossenblättern. Der Vorteil dieser Geräteflossen liegt auf der Hand: der Vortrieb auch bei Strömungen oder in Notsituationen ist wesentlich größer und sie sitzen einfach besser, da nichts drückt oder scheuert („brennende“ Scheuerstellen im Salzwasser fördern den Schnochelspaß nicht wirklich). Und wer später gar Tauchen will, der hat bereits die korrekte Ausrüstung! Geräteflossen haben aber ihren Preis, den für Füßlinge und Flossen muss ich schon ab 70 € rechnen.

Sonnenschutz

SchnorchlerInnen sind leicht zu erkennen, wenn diese von der Sonne verbrannte Schultern, Rücken und Beine einschließlich Kniekehlen und Fersen haben und im Extremfall für einige Tage das Essen stehend einnehmen müssen. Denn das sind die Körperteile, die beim Schnorcheln aus dem Wasser ragen und der Sonne ausgesetzt sind. Und Ihr merkt die brennenden Sonne nicht, weil über diese Körperteile immer wieder etwas kühlendes Wasser gespült wird. Hiergegen schützt Ihr Euch, wenn Ihr zum Schnorcheln entweder ein T-Shirt oder gar einen sog. Shorty (etwa 40 €) tragt: bei diesem 3-mm-Neopren-Anzug sind Armen und Beine frei. Außerdem verschafft Euch dieser kleine Anzug neben einem gewissen Kälteschutz vor allen Dingen auch Auftrieb im Wasser, so dass Ihr entspannt auf der Wasseroberfläche liegend schnorcheln könnt. Die dann noch freien -rückwärtigen- Körperteile sind unbedingt mit einem wasserfesten Sonnenschutzmittel zu „imprägnieren“. Wer schon mal einen Sonnenbrand in der Kniekehle hat, kennt die Freuden des schmerzhaften Sitzens.

Brillenträger

Keine Brille passt unter eine Tauchermaske. Hier helfen nur Kontaktlinsen, vorzugsweise Tageslinsen, bei denen der Verlust der Permanentlinse unter Wasser keine kostenmäßige Rolle spielt. Wer aber schon eine gute und etwas teuere Tauchermaske hat, der kann sich auch Korrekturscheiben in diese über einen Tauchladen einkleben oder gar die Gläser der Tauchmaske auf seine Augenstärke einschleifen lassen. Auskunft und Beratung hierzu gibt es im Tauchladen.

Bartträger

Eine Tauchermaske umschließt Augen sowie Nase und sitzt auf der Oberlippe auf. Wer hier einen Bart trägt, hat nur drei Möglichkeiten: ständig Wassereinbruch in der Maske, Bart ab oder Melkfett aus der Drogerie. Wird nämlich der Oberlippenbart dick mit Melkfett eingeschmiert, so wird die Dichtigkeit der Maske auch bei einem Oberlippenbart gewährleistet.

Das erste Test-Schnorcheln

Wer noch nie geschnorchelt hat, sollte seine Ausrüstung zuerst mal im Pool oder im flachen Meer ausprobieren. Im flachen Wasser stehend werden Maske und Schnorchel angelegt, wobei letzterer mit einem Klipp am Maskenband der Maske links befestigt wird. Jetzt wird der Kopf zum ersten Mal für längere Zeit unter Wasser gehalten.

SchnorchlerInnen und TaucherInnen atmen nur(!) durch den Mund ein und wieder aus, was anfangs etwas gewöhnungsbedüftig ist. Die Nase als Atmungsorgan spielt zu dieser Phase keine Rolle (vgl. aber später „Probleme beim Schnorcheln“)! In dieser Testposition atmet Ihr mal für eine Minuten ganz ruhig durch den Mund ein und aus. Wenn dieses gelingt, legt Euch im flachen Teil des Wasser auf Selbiges. Ihr atmet weiter mit dem Mund aus und ein und benutzt nun auch mal die Flossen: der effektive Flossenschlag wird mit durchgedrückten Knie mit dem ganzen(!) Bein geschlagen.

Klappt das alles schon ganz gut, kann es mit dem Schnorcheln in das tiefere Wasser beginnen. Jetzt seid Ihr echte SchnorchlerInnen!

Probleme beim Schnorcheln

Oder es treten bim Testschnorcheln einige typische Probleme auf.

So kann die Maske beschlagen. Bedingt durch die unterschiedlichen Temperaturen von Wasser und Haut kommt es zu einer Kondensierung an den Maskengläsern. Hier hilft nur eines: Vor dem Aufsetzen der Maske spuckt Ihr in diese hinein, verreibt diese auf den Maskengläsern und spült diese anschließend kurz mit dem euch umgebenen Wasser wieder aus. Da die Spucke eine saure Basis ist, wird das Kondensieren vermieden. Oder Ihr reibt die Maske mit Seifenwasser (Badeshampoo) aus und spült diese gründlich aus.

Oder die Maske läuft mit Wasser voll. Auch bei einer guten Maske wird sich nie ganz vermeiden lassen, weil durch die Gesichtsmimik schon mal Undichtigkeiten am Maskenrad auftreten können. Der falsche Weg ist es, jetzt das Maskenband mit Schmackes am Kopf festzuzurren. Denn dadurch wölbt sich der Maskenrand und Wasser tritt erst recht und noch vermehrt ein. Eine Maske muss so sitzen, dass sich auch nach dem Schnorcheln keine Druckstellen des Maskenrandes auf dem Gesicht abzeichnen. Was aber gegen eindringendes Wasser tun? Ihr nehmt einen Atemzug aus dem Schnorchel, halten den oberen Maskenrad mit der Hand fest und atmet ausnahmsweise dieses Mal durch die Nase(!) aus. Dadurch presst Ihr die Luft und damit auch das Wasser aus der Maske am Maskenrand heraus, ohne diese an der Oberfläche absetzen zu müssen!

Es kann auch passieren, dass Ihr Wasser im Schnorchel habt. Hierbei handelt es sich entweder um eingedrungenes Spritzwasser oder um einen kurz unter Wasser gehaltenen Schnorchel. Mit Eurer Restluft aus den Lungen atmet Ihr unter Wasser in diesem Fall einmal stoßartig aus und presst so das eingedrungene Wasser aus dem Schnorchel oder dem Auslassventil wieder heraus.

Endlich: Wir schnorcheln

Eure Ausrüstung sitzt jetzt optimal und Ihr könnt auch beim Schnorcheln etwaige Probleme unter Wasser lösen. Los geht es. Schnorcheln soll ohne Anstrengungen und Kämpfen mit dem Wasser erfolgen. Am besten legt Ihr die Arme an den Körper an und lenkt bzw. bewegt Euch nur mit dem Flossenschlag in die gewünschte Richtung voran; das Rumrudern mit den Armen ist anstrengend, kräfteraubend und bringt Euch auch nicht besser voran.

Wer auch mal abtauchen will, möge dies mal machen: einen tiefen Atemzug nehmen, die Luft anhalten (logo!), in der Hüfte abknicken und abtauchen. Wer einen Druck auf den Ohren verspürt, muss einen Druckausgleich wie im Flugzeug herstellen: die Nase zuhalten und einmal Luft leicht in die Backen und Ohren pressen; ein „Plopp“ in den Ohren und Schmerzfreiheit macht deutlich, dass euer Trommelfell entlastet wurde. Diese Form des Druckausgleichs kann bei zunehmender Tiefe wiederholt werden müssen.

Taucher und auch SchnorchlerInnen sollten im Team tauchen bzw. schnorcheln. So wird gewährleistet, dass ihr immer einen Partner bei euch habt, der bei Problemen auch helfen kann.

Und es ist selbstverständlich, dass unter Wasser nichts angefasst, gestreichelt (außer die Partnerin) oder gar abgebrochen wird. Ihr wollt sicherlich auch nicht, dass irgendwelche Leute bei euch zu Hause über den Gartenzaun steigen, euch streicheln und eure Blumen abknicken.

Taucher lernen es: wer vor oder nach dem Tauchen die TaucherMaske auf die Stirn schiebt, signalisiert eine Notsituation; die Maske gehört also um den Hals. Eine Notsituation wird auch durch das Winken verdeutlicht, auch wenn nur den bangenden Angehörigen zugewunken werden soll. Wer also fröhlich winkt, sollte sich nicht wundern, wenn andere -erfahrene- Wassersportler zu euch ins Wasser hechten, um euch in der vermeintlichen Notsituation zu helfen.

Schnorchelplätze auf den Inseln

Grundsätzlich könnt ihr überall schnorcheln, jedoch aus Gefahrengründen nicht im Sportboot- oder Versorgungsbereich und der Fahrrinne zum Hafen / Tauchbasis. Empfehlenswert sind erste Schnorchelgänge immer in der Lagune an den Wasserbungalows, wo sich auch eine Reihe von Fischen aufhalten.

Lust auf Mehr?

Wer mal versuchen möchte, die nächste Stufe nach dem Schnorcheln zu begehen, der kann sich zum kostenlosen Schnuppertauchen auf der Tauchbasis anmelden, was täglich um 10 und 15 Uhr auf dem langen Holzsteg angeboten wird. In dem flachen und sandigen Teil der Lagune könnt Ihr mit komplettem Gerät einige Runden unter Wasser drehen und Pressluft aus der Flasche über den Lungenautomaten atmen.

Verfasser: ulrich@sunisland-malediven.de