Tauchausbildung nach PADI

Bei vielen der an mich gerichteten Fragen geht es darum, wie man einen „Tauchschein“ (richtig und ab sofort: das Brevet) machen kann, was dieses kostet und bringt sowie welche Voraussetzungen hierfür erforderlich sind.

Das Brevet

Wer tauchen will, braucht ein Brevet. Für ein solches gibt es weltweit zwei große Verbände, wobei ich meine Hinweise auf PADI beschränken will. Wer den ersten Tauchkurs „OPEN WATER DIVER“ (OWD) absolviert hat, kann mit diesem Brevet auf allen Tauchbasen dieser Welt sich sein Equipment ausleihen und tauchen gehen. Auch für sog. Urlaubstaucher reicht der OWD völlig aus. Wer sich später dann taucherisch weiter qualifizieren will, kann dann weitere hierarchische Kurse besuchen und absolvieren: dem OWD können (nicht müssen!) der ADVANCED OPEN WATER DIVER (AOWD), der RESCUE DIVER (RD) mit einem spezifischen Erste-Hilfe-Kurs und vielleicht sogar der DIVEMASTER (DM) folgen.

Die gesundheitlichen Voraussetzungen

Wer sich für einen Tauchkurs anmeldet, muss seine gesundheitliche Taucheignung durch einen Arzt auf einem entsprechenden PADI-Vordruck bestätigen lassen. Da es für diese ärztliche Bestätigung keine einheitlichen medizinischen Standards gibt, ist hierzu jeder Arzt berechtigt, also auch der Hausarzt. Bei den Ärzten findet in der Regel ein körperlicher Check sowie ein EKG und ein Lungenfunktionstest statt – aber wie gesagt: es gibt keine einheitlichen Standards. Wer hingegen sich rundum gesundheitlich für die Tauchausbildung untersuchen lassen will oder sogar von bestimmten gesundheitlichen Problemen bereits Kenntnis hat (bei mir waren es Probleme im Mittelohr), der sollte eine speziellen Taucharzt aufsuchen, der zum Beispiel nach den Standards des Tauchverbandes DIVERS ALERT NETWORK (DAN) seine sehr gründliche Untersuchung vornimmt. Adressen von Tauchärzten in Eurer Nähe erhaltet Ihr zum Beispiel auf der Homepage von DAN. Diese ärztliche Untersuchung sollte einmal im Jahr wiederholt und aufgefrischt werden. Für Taucher, die älter als 45 Jahre sind, muss diese Untersuchung einmal im Jahr absolviert werden. Ein kleiner Wermutstropfen: Diese Untersuchung ist keine Kassenleistung, sondern sie muss aus eigener Tasche bezahlt werden.

Das Brevet

Empfehlenswert ist es, den ersten Kurs, der OPEN WATER DIVER (OWD), möglichst schon in Deutschland zu machen, der hier zwischen 200 bis 400 EUR kostet; vergleichen lohnt sich!. Denn erfahrungsgemäß ist die theoretische Ausbildung besser als die am Urlaubsort, die immerhin für Eure eigene Sicherheit und Gesundheit so wichtig ist. Unbedingt zu empfehlen. Ihr kommt mit dem OWD bestens vorbereitet dann auf Sun Island an und könnt dort sogleich in geführten Tauchgängen -mit anderen brevetierten Tauchern- die UW-Welt erkunden.

Sucht Euch an Eurem Ort einen Tauchladen aus, der meistens auch die OWD-Kurse (u.a.) anbieten. OWD-Kurse für 200 – 250 EUR sind in Ordnung – in diesem Preis ist die volle Leihausrüstung schon enthalten; lediglich das Brevet von PADI (kleine Plastikkarte mit Lichtbild – also kein Tauchschein) kostet 29 EUR extra. Für den Fall, dass Euch Düsseldorf nicht zu weit ist, könnte ich Euch dort ein sehr gutes und qualifiziertes sowie preiswertes Tauchcenter empfehlen (OWD für 219 EUR mit Teilnehmerrabatt für dort gekauftes Equipment); der Unterricht findet im Tauchcenter statt und die Tauchgänge im nahen Schwimmbad bzw. die Freiwasser-Tauchgänge bei Leverkusen oder im nahen Holland. Mit der Anmeldung für den OWD erhaltet Ihr auch einen Vordruck für die medizinische Taucheignungsprüfung durch den Arzt, der mit Beginn des Kurses ausgefüllt und unterschrieben dem Tauchcenter auszuhändigen ist. Und dann können der Spaß und die Sucht beginnen.

Die Ausrüstung

Für den OWD solltet Ihr -bereits aus hygienischen Gründen- eine eigene Ausrüstung erwerben: Brille, Schnorchel, Füsslinge (auch als Badeschuhe geeignet), Flossen. Vergeßt bitte die Kaufhausware, sondern kauft nach guter Beratung diese ersten Ausrüstungsgegenstände in einem Tauchcenter oder einem gut sortierten Fachgeschäft. Das übrige Zubehör (Jacket, Lungenautomat, Neoprenanzug und -handschuhe, Blei, Preßluft, etc.) erhaltet Ihr für die Ausbildung (kostenlos) geliehen, denn dieses Equipment ist im Ausbildungspreis bereits enthalten. Auch das Smartphone kann eine sinnvolle Unterstützung bieten: Apps zum Thema Tauchen bieten hilfreiche Funktionen wie Tauchplaner und Logbücher.

Die Ausbildung

Den OWD bekommt Ihr in der Regel an zwei Wochenende vermittelt. Nach einem festen Ausbildungsplan gibt es sehr gute Theorieeinheiten mit kleinen Tests und einem Abschlußtest. Der Praxisteil findet anfangs meist noch in einem Schwimmbad (6 Tauchgänge) statt, gefolgt von sog. Freiwasser-Tauchgängen (mindestens 4 Tauchgänge) in einem örtlich nahen See. Beim praktischen Tauchen lernt Ihr: Umgang mit dem Equipment, Sicherheitsregeln, Beherrschen von einfachen Standards (Ausblasen der gefluteten Maske, Wechsel der Maske unter Wasser, Wechsel des Mundstücks in Notsituationen bei sich dem Partner, Kommunikation unter Wasser, etc.). Mit dem OWD hast Du dann das Recht, selbständig mit einem Partner (Buddy) als Team ohne professionelle Begleitung überall auf der Welt zu tauchen. Wenn Du länger als 6 Monate nicht tauchst (Taucher müssen ein Logbuch führen und sich die Tauchgänge bestätigen lassen), verfällt der OWD nicht, jedoch mußt Du als kleine Auffrischung ein sog. Upgrade für etwa einen Tag absolvieren.

Für wen das alles zu viel Aufwand ist, der kann auch den Scuba Diver (SD) als brevetierte Vorstufe zum OWD einer verkürzten Ausbildung absolvieren. Der SD wird wenig angenommen wird, denn mit etwas mehr Geld und zeitlichem Einsatz bekommt ihr auch den OWD, könnt aber freier tauchen. Auch mit dem SD kannst Du tauchen, jedoch immer nur in Begleitung eines PADI-Divemasters (oder höher). Die Aktivitäten um das Tauchen herum (Tauchausrüstung mieten und andere Dienstleistungen in Anspruch nehmen) erfolgt nur unter der Supervision eines PADI-Divemasters (oder höher). Ich kenne Tauchbasen, bei denen -wegen der Beaufsichtigung und Begleitung eines Divemasters- höhere Kosten anfallen und einige Tauchgänge, z.B. vom Boot aus, nicht durchgeführt werden können.

Die OWD-Ausbildung auf SI

Den OWD könnt Ihr auch auf Sun Island absolvieren; dieser Kurs besteht aus Theorie und Praxis. Dort kostet dieser je Person aber etwa 575 US$ ohne Bootszuschläge! Ich habe mich selbst von der Qualität der Ausbildung wiederholt überzeugt. Verglichen mit anderen Urlaubstauchbasen ist die Ausbildung wirklich in Ordnung, auch wenn die intensive Theorie etwas kürzer ausfällt und Schwimmbad-Tauchgänge nicht stattfinden, dafür jedoch im flachen Wasser am Hausriff. Aber auch hier wird ein ärztliches Zeugnis verlangt, welches möglicherweise auch der gute indische Insel-Doc ausstellen kann. Ich meine schon, dass Ihr für eine Tauchausbildung gut (und etwas zu teuer) aufgehoben seid. Fragt aber in jedem Fall, ob diese Ausbildung auch in deutscher Sprache stattfindet!

Die Tauchversicherung nach dem OWD

Auch mit guter Tauchausbildung kann es zu Tauchunfällen und -erkrankungen kommen. Diese werden in der Regel nicht durch Eure Kranken- oder Unfallversicherung sowie Reiseversicherung abgedeckt. Wer sicher tauchen will, sollte versuchen, die mit dem Hobby-Tauchen verbundenen Unfallrisiken in seinen bestehenden Versicherungsschutz aufnehmen zu lassen, insbesondere bei der Unfallversicherung. Oder besser: Ihr schließt für wenig Geld eine spezifische Taucherversicherung ab, wie diese von den verschiedenen Organisationen angeboten wird.

Zum Abschluß ein Tipp

In Eurer Gegend gibt es sicherlich Tauchläden/Tauchcenter sowie die ortsnahe Möglichkeit, die Freiwasser-Tauchgänge zu absolvieren. Ich rege an, dass Du Dich mal in einem Tauchladen mündlich und unverbindlich über alle Deine Fragen informierst. Ein Tipp: Wer Schüler und Kunde in einem Tauchcenter ist, sollte mal für den Urlaub fragen, ob man von dort nicht eine gewissen Grundausrüstung ausleihen und in den Urlaub mitnehmen kann. Deine „Kriegskasse“ wird es Dir danken, denn Du bezahlst -mit Ausnahme bei der Ausbildung- für jedes erforderliche Ausrüstungsteil immerhin 5 US$/Tag bzw. Tauchgang:

Jacket: 5 US$
Regulator: 5 US$
Luft + Blei: 5 US$
Computer: 5 US$
Anzug: 5 US$

Anmerkung: Preissteigerung mittlerweile jährlich um einen US $.
So lagen die Kosten in den vergangen Jahren:
3 US$ Stand März 2004
4 US$ Stand Juli 2007

Verfasser ulrich@sunisland-malediven.de